Montag, 25 Oktober 2021

Mittelschüler bauen CO2-Ampeln für ihre Schule

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Rechtzeitiges Lüften ist das A und O, um das Covid-19-Infektionsrisiko in Klassenzimmern zu begrenzen. Wann es an der Grund- und Mittelschule Wittislingen wieder Zeit für Frischluft ist, können dort Schüler und Lehrkräfte in Kürze von selbst gebauten CO2-Ampeln ablesen.

Technische Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften an Schulen werden derzeit von der Staatsregierung gefördert. Da die Fördermittel begrenzt sind, entstand die Idee, selbst gute, zuverlässige und kostengünstige CO2-Sensoren zu bauen, um so viele Räume wie möglich an der Schule damit auszustatten. Die Materialkosten betrugen rund 70 Euro pro Stück.

Impulsgeber für das Projekt an der Mittelschule Wittislingen war ein Team vom Bürgernetz Dillingen, das sich etwas intensiver mit dem Thema IoT (Internet of Things) auseinandersetzt und entsprechende Anforderungen an die CO2-Ampel festgelegt hat.

Die Ampel stellt eine Komponente in einem vernetzten System dar und kann die Infrastruktur des Internets nutzen. Neben der Mindestanforderung – die C02-Konzentration in der Klassenzimmerluft über LEDs in den Ampelfarben anzuzeigen – sind die Messdaten der vernetzten Wittislinger Variante für die Gebäudeautomation nutzbar und können ortsunabhängig auf verschiedensten Endgeräten, z. B. auf einem Tablet, für ein Monitoring dargestellt werden. Manuelle Kalibrierung, Neustart und Konfiguration sind ebenso per Fernzugriff möglich und erlauben eine bequeme Wartung der Ampeln von einem zentralen Ort.

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Die Gruppe des Bürgernetzes recherchierte und stieß auf das Projekt der Universität Stuttgart „CO2-Ampel: Lüften gegen Covid-19“. Die Bauanleitung der Stuttgarter Wissenschaftler wurde von Klassenlehrer Leonhard Reck und seinen Neuntklässlern Schritt für Schritt angepasst und umgesetzt. Am Nachbau der Prototypen tüftelten an den Wochenenden zunächst die beiden Abschlussschüler Samuel Saravo, 15, und Justin Pertl, 14, mit Unterstützung von Lehrer Leonhard Reck sowie Michael Lotter und Wolfgang Trittner vom Bürgernetz Dillingen. Weitere Klassenkameraden von Sam und Justin ließen sich vom Projekt begeistern, von den beiden Jungs einweisen und beteiligten sich – freiwillig und weit über die Unterrichtszeit hinaus - am Bau zusätzlicher CO2-Ampeln. Auf das Ergebnis, aber auch auf ihre Motivation und ihr Geschick können die beteiligten Mittelschüler stolz sein.

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Während sich Samuel seines Talents für Technik und Handwerkliches schon bewusst war und er auch zu Hause schreinert, schraubt und repariert, entdeckten Justin und so mancher Mitschüler ihr technisches Interesse und ihren Spaß daran erst während der Arbeit an den Ampeln.

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Genau das – nämlich das Erkennen und Erproben von Stärken, die im normalen Schulalltag nicht ohne Weiteres entdeckt werden – ist das Ziel des TAFF-Projekts, das Bestandteil des Wittislinger Schulprofils ist: „TAFF- Talente finden und fördern“.

Die neuen Corona-Ampeln werden in den Wittislinger Klassenzimmer nicht nur anzeigen, wann die CO2-Konzentration in der Luft zu hoch ist, sich Müdigkeit breitmacht und die Lernbedingungen nicht mehr optimal sind, sondern sie werden auch daran erinnern, welch Potential in den dortigen Mittelschülern steckt…

Ingrid Wais

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Text: Die Schüler nehmen die erste CO2-Ampel in Betrieb.

Hinten von links: Michael Lotter, Leonhard Reck, Wolfgang Trittner

Vorne von links: Justin Pertl, Samuel Saravo

 

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Erfolgserlebnis: Die Neuntklässler und ihr Klassenlehrer freuen sich über die fertiggestellten CO2-Ampeln.

 

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Die Schüler verdrahten die Ampel.

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